Radweg Berlin-Kopenhagen – 1.-3. Tag: 8.-10. Juni 2026: Berlin

By 11. Juni 2026Aktuelles

Am Montag ging es zunächst mit der Bahn von Leipzig nach Berlin. Die Bahn hat wieder einmal unsere Erwartungen und Befürchtungen erfüllt, so das wir mit einer Stunde Verspätung in Leipzig losfuhren und mit 70 Minuten Verspätung in Berlin ankamen. Zur Begründung wurde die Reparatur einer Weiche angegeben. Da wir keinen Zeitdruck hatten, nahmen wir die Sache mit Gelassenheit hin.

Unser Quartier in Berlin, die Jugendherberge Berlin International am Landwehrkanal, erreichten wir dann nach zweieinhalb Kilometern ziemlich geradeaus vorbei am Bendlerblock, dem Zweitsitz des Bundesverteidigungsministeriums. Wir hatten hier drei Nächte für den stolzen Preis von 405 € gebucht, da es preiswertere Unterkünfte in Berlin in diesem Zeitraum nicht gab. Wir bekamen ein Fünf-Bettzimmer aber immerhin für uns allein. Nachdem wir, wie in Jugendherbergen üblich, unsere Betten bezogen hatten, machten wir uns auf den Weg zu Janas Freundin Jenny, die uns zum Abendessen eingeladen hatte. Es war ein schöner Abend mit vielen interessanten Gesprächsthemen und so kamen wir erst nach 23 Uhr in die Jugendherberge zurück.

Am Dienstag frühstückten wir in der Jugendherberge und waren doch überrascht über die ansprechende Qualität des Gebotenen. Danach gingen wir die 300 Meter zum Bendlerblock wo es eine „Gedenkstätte Deutscher Widerstand“ gibt. Neben der Gedenkstätte gibt es noch eine Dauerausstellung und wechselnde Sonderausstellungen. Die Gedenkstätte will zeigen, wie sich einzelne Menschen und Gruppen während der Zeit des Nationalsozialismus gegen die Diktatur gewehrt und ihre Handlungsspielräume genutzt haben. Die Gedenkstätte geht also weit über das von hier aus geplante und versuchte Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 hinaus und versucht dem gesamten Widerstand in der Zeit zwischen 1933 und 1945 zu erfassen und darzustellen. Etwas zu kurz kommt dabei vielleicht der kommunistische Widerstand, aber ansonsten ist es doch eine sehr ausgewogene Darstellung des Widerstands gegen den Nationalsozialismus, der eben nicht nur von Offizieren, Sozialdemokraten und Kommunisten ausging, sondern auch von von vielen nicht organisierten bürgerlichen Kräften und einfachen Menschen, die die Brutalität des Regimes nicht akzeptieren konnten und wollten. Ein Ansatz und eine Präsentation, die zwar sehr ausführlich ist, aber als durchaus gelungen angesehen werden kann.

Der Nachmittag blieb dann privaten Termine vorbehalten. Ich traf mich zunächst zum Mittagessen mit meiner Tochter Franziska und später mit meinem Sohn Alex und seinem Ehemann Minh. Jana traf sich auch mit Familienmitgliedern und Bekannten.

Heute dann ein Entspannungstag vor unserem Tourenstart morgen. Wir fuhren ins Vabali, die sich als balinesischen Wellnessoase mitten in Berlin präsentiert. Mit 10 Saunen, drei Dampfbädern, 4 Pools und mehreren Massagemöglichkeiten und einem hervorragenden Restaurant hat sie wirklich einiges zu bieten. Wir verbringen hier einen sehr angenehmen Tag und kehren am späten Nachmittag aber auch um einige EURO ärmer in unsere Jugendherberge zurück. So nehmen wir denn das Abendessen für 9,50 € in der Jugendherberge ein. Es gibt Hähnchenschnitzel mit Champignonsauce und Kartoffelpüree.  Dass Abendessen kann aber mit dem Frühstück nicht mithalten. Danach machen wir noch einen Abendspaziergang der uns zu der Dokumentationsstätte Topographie des Terrors in der ehemaligen Prinz-Albrecht-Straße, dem Sitz der Geheimen Staatspolizei während des Nationalsozialismus. Da das Dokumentationszentrum schon geschlossen ist, schauen wir uns die Freiluftausstellung auf einem Geländerundgang an, bis wir kurz vor 20 Uhr freundlich aber bestimmt hinausgeleitet werden, weil man das Gelände schließen will. Wir gehen also zurück in Richtung Jugendherberge, werden aber von einem stärker werdende Schaue heimgesucht und flüchten in ein vietnamesisches Restaurant. Als wir drinnen sind hört es natürlich nach zwei Minuten auf zu regnen, aber wir hatten  das Bier schon bestellt. Nachdem wir es ausgetrunken haben, wandern wir die restlichen anderthalb Kilometer und landen wie bereits gestern Abend für ein Absackerbier in dem der Jugendherberge nahegelegenen Lützow Stübchen. Das wars dann mit unserem Aufenthalt in Berlin. Morgen startet von hier unsere Fahrradtour nach Kopenhagen.

 

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