Radtour Berlin-Kopenhagen plus- 26. Tag: Roskilde (3. Juli. 2026)

By 5. Juli 2026Aktuelles

Heute ist Roskilde angesagt und für mich insbesondere der Dom zu Roskilde. Es ist gut, dass wir heute keinen Fahrradtag haben. Hat es gestern geregnet, stürmt es heute ziemlich heftig und an Fahrradfahren ist überhaupt nicht zu denken. Die Böen gehen bis Windstärke neun. So sind wir uns auch schnell einig, dass wir die acht Kilometer von unserem Hotel bis zum Dom doch besser mit dem Bus fahren. Da das kein Problem ist, die Busse fahren alle 15 Minuten, können wir den Tag also gut angehen und gegen 11.15 Uhr sind wir am Dom und zahlen unsere 65 DKR für Senioren und können hinein.

Das erste, was uns auffällt, es beginnt gerade ein Gottesdienst und es sind zwar der Zentralbereich und der Chor für Touristen gesperrt, aber man kann sich weiter in den Seitenschiffen tummeln und den zahlreichen Königskapellen. Der Gottesdienst dauert etwa eine halbe Stunde und innerhalb ganz kurzer Zeit sind auch die Absperrungen wieder abgebaut und man kann auch das Hauptschiff und den Chor wieder unbehindert durchwandeln.

Die Bedeutung des Doms lässt sich angelehnt an die Ausführungen bei Wikipedia so zusammenfassen: Der Dom zu Roskilde ist die bedeutendste Kirche Dänemarks und der evangelisch-lutherischen Volkskirche Dänemarks. Unter reich verzierten Gewölben und in dunklen Krypten wandert man durch 1000 Jahre dänische Geschichte. Mit seiner Vielzahl an einzigartigen Königskapellen und Königsgräbern spiegelt er die sich wandelnde europäische Architekturgeschichte über 800 Jahre hinweg wider: Romanik und Gotik sind dabei ebenso vertreten wie Renaissance, Barock, Neoklassizismus, Eklektizismus und Funktionalismus. Der Dom ist der erste gotische Dom Skandinaviens aus Backstein. Das Gebäude trug somit maßgeblich zur Verbreitung der Backsteingotik bei. Die 1280 fertiggestellte Kirche ist der traditionelle Begräbnisort der dänischen Könige und in neuerer Zeit Touristenmagnet. 1995 nahm die UNESCO den Dom in die Liste des Welterbes auf.

In erster Linie ist der Dom also Grabstätte für die dänischen Könige. Ich habe ja inzwischen schon einige Grabstätten für Königinnen und Könige in Europa gesehen. Eine solche Präsenz, aber auch Zugänglichkeit der Gräber ist mir allerdings noch nicht begegnet. Das geht soweit, dass selbst das Grab für die dänische Königin Margarethe II. schon fertiggestellt ist. Sie hat zwar inzwischen abgedankt und den Königstitel ist auf ihren Sohn Frederik X. übertragen worden, aber sie lebt noch. Auch ihr Grabmal ist zwar noch nicht direkt zu besichtigen, es ist noch verdeckt und sieht aus wie eine Kuchenschachtel. Die Verhüllung des Grabmals darf übrigens sogar als Sitzbank genutzt werden.  Aber daneben steht in einer Vitrine eine kleine Kopie des gläsernen Grabmals, das man betrachten kann. Bei der gläsernen Durchsichtigkeit des Grabes mit der Silhouette eines menschlichen Körpers fragt man sich, ob es wohl die Absicht von Margaretha ist, dass ihre Untertanen sie auch nach ihrem Tod unmittelbar betrachten können. Das Glas soll hier wohl Transparenz signalisieren und ein Symbol der Demokratie sein. Nun ja!? Es ist wohl nicht ganz so, wie ich ursprünglich vermutet habe, sondern es soll sich wohl „nur“ um Abbildungen der Königin und ihres Ehemanns, des des Prinzen Henrik handeln. Prinz Henrik, der sich mit seiner Rolle als Prinzgemahl wohl immer schwer getan hat und bereits 2018 verstorben ist, hat sich allerdings ausdrücklich verbeten, mit seiner Frau gemeinsam begraben zu werden.

Ich kann und will hier nicht auf alle Gräber und Könige eingehen. Einiges kann ich auch noch bei den Bildern erläutern. Aber der Dom hat auch noch einiges mehr zu bieten. Wenn man ihn betritt, ist man erst einmal von der Größe aber auch von der harmonischen Ästhetik überwältigt. Auch hier kann und will ich nicht auf alles eingehen. Hervorzuheben ist sicher der Altar, der aus Eichenholz geschnitzt ist und auf seiner aufgeklappten Seite und auf 21 Tafeln Jesu Geburt, seine Leidensgeschichte, seinen Tod und die Auferstehung. Der Altar wurde etwa 1560 in Antwerpen hergestellt.

Weiter sind noch der Königsstuhl, die Königspforte, die Kanzel die Uhr sowie die Orgel hervorzuheben, wobei die Uhr wohl die kurioseste Geschichte erzählt. Dazu später mehr beim entsprechenden Bild.

Wir bleiben etwas über ein Stunde in der Kirche. Dann geht es wieder raus in den Sturm. Wir beschließen daher unseren Stadtrundgang ausfallen zu lassen und laufen schnell zum Restaurant des alten Rathause hinüber, wo wir uns eine asiatische Bowl schmecken lassen. Danach fahren wir wieder ins Hotel und lassen den Tag wenig stürmisch ausklingen.

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