Radtour Berlin-Kopenhagen – 22.+23.Tag: Stadtrundgang Kopenhagen (29.+30. Juni 2026)

By 2. Juli 2026Aktuelles

Tagesstrecke: 1x 18 Km; 1x 12 Km zu Fuß

Gottseidank ein nicht mehr so heißer Tag wie die letzten drei Tage. Die Temperatur ist auf erträgliche 25° gesunken. Ursprünglich wollten wir eine Stadtrundfahrt mit dem Fahrrad machen. Wir entscheiden uns aber dann doch für einen Stadtrundgang zu Fuß. Zum einen schadet es uns sicher nicht nach den vielen Fahrradkilometern eine andere Bewegungsform zu wähle. Zum anderen sind zwar die Fahrradwege hier hervorragend aber sie sind auch sehr befahren. Da wir viel fotografieren, wäre das ständige anhalten, Handy herausnehmen und fotografieren doch etwas beschwerlich und wahrscheinlich für den Verkehrsfluss aber auch unserer Sicherheit eher unzuträglich.

Also nach dem hervorragenden Frühstück in unserem Comfort Hotel geht es los. Zunächst geht es vorbei am Bahnhof und dem Eingang zum Tivoli, einem Vergnügungs- und Erholungspark, den es schon seit 1843 gibt und der damit einer der ältesten existierenden Vergnügungsparks weltweit ist. Auf unserem Besuchsprogramm ist er allerdings zum Besuch nicht vorgesehen. Vorbei geht es noch an der großen Wetterstation direkt am Rathausplatz mit einem fünfstöckigen Thermometer und einer Drehscheibe drüber, auf der wenn das Wetter schön ist eine goldene junge Frau auf dem Fahrrad erscheint. Ist das Wetter schlecht, kommt sie mit einem Regenschirm heraus, bleibt aber trotzdem golden.

Dann stehen wir auf dem riesigen Rathausplatz und bestaunen das Bauwerk. Es ist im nationalromatischen Stil erbaut und hat ein überdachtes Atrium und einen begrünten Innenhof. Direkt neben dem Rathaus sitzt überlebensgroß Hans Christian Andersen, der sicher bekannteste Dichter und Schriftsteller Dänemarks. Auf den Rathausplatz fällt noch der wuchtige Drachenbrunnen ins Auge, auf dem ein Stier mit einem Drachen ringt. Wie und ob es ausgegangen ist, ist allerdings nicht überliefert.

Unser nächstes Ziel ist der Dom von Kopenhagen, der den Namen Frauenkirche führt und auf uns recht ernüchternd wirkt. Wären nicht die sechs dorischen Säulen im Portikus, wäre ich nie davon überzeugt worden, dass es sich hier um ein klassizistischen Kirchenbau  handelt. Das Innere ist bestimmt von den mächtigen Skulpturen der zwölf Apostel die jeweils zu sechst das Langhaus zieren und der scheinbar schwebenden Gestalt Jesus Christus im Chorraum und dem Engel mit Taufbecken davor. Alles Werke aus der Werkstatt von Bertel Thorvaldsen, dem dänischen Bildhauer der als bedeutendster Vertreter des dänischen Klassizismus gilt. Neben dem Dom werfen wir noch einen Blick auf das alte Universitätsgebäude.

Wir schlendern dann weiter durch die Stadt zum Schloss Christiansborg. Das Schloss ist ein Schloss-, Parlaments, Regierungs- und Gerichtsgebäude. Die neubarocke Dreiflügelanlage wurde 1907 bis 1928 im Auftrag von Friedrich VIII. erbaut. Als Sitz der Legislative, der Exekutive und der Judikative ist es weltweit wohl das einzige Gebäude das alle drei Staatsgewalten in sich vereint. Nach ihm ist auch die Serie „Borgen“ benannt, die sehr eindrucksvoll und spannend das politische Leben in einer europäischen Hauptstadt schildert.

Daneben steht auch das Museum für Bertel Thorvaldsen, dass wir uns dann am nächsten Tag anschauen, weil heute Montag  und daher geschlossen ist. Weil es inzwischen Mittagszeit ist gehen wir dann noch mal ein Stück zurück in die Stadt, weil wir ein Lokal gesehen haben, das Smörrebröd anbietet. Es ist sozusagen das traditionelle dänische Mittagsbrot, dass aus einem Schwarzbrot mit unterschiedlichsten Belägen besteht. Ich hatte eine Belag aus Ei, Mayonnaise, Kaviar und Krabben, Jana hat als Belag drei Heringsröllchen. Als wir bezahlten, reifte bei uns doch der Entschluss, in Zukunft auf Sörrebröd eher zu verzichten. Außerdem konnten wir feststellen, dass es Bier tatsächlich zu noch höheren Preisen als in unserem Hotel gibt.

Nach der Mittagspause machten wir einen längeren Gang weiter durch die Stadt an vielem Sehenswertem vorbei bis zum Schlossensemble Amalienborg, das aus vier Palais um einen achteckigen Platz erbaut ist. Schloss Amalienborg ist die Residenz der Könige von Dänemark. Das barocke Bauensemble aus vier Adelspalais wurde 1750 bis 1760 im Auftrag Friedrich V. erbaut. Als Bauherr schmückt daher nun sein Reiterstandbild die Mitte des Platzes. Unweit des Platzes und in einer Sichtachse des Platzes gelegen kommt man zur sogenannten Marmorkirche, die allerdings offiziell wohl eher nicht ohne Grund Friedrichskirche heißt, weil auch hier Friedrich V. der Auftraggeber war. Die Kirche beeindruckt durch ihre monumentale Kuppel, die weithin sichtbar ist und die Silhouette der Stadt prägt. Die Kirche ist ein runder Zentralbau und wirkt auch innen kaum weniger beeindruckend als von außen.

Von hier aus geht es dann noch ein paar Kilometer weiter bis zum eigentlichen Wahrzeichen Kopenhagens, der kleinen Meerjungfrau. Sie ist inzwischen schon über 100 Jahre alt, um genau zu sein 113 Jahre. Als ich sie zum ersten Mal kennenlernte, war sie gerade mal 54 Jahre und wirkte auf mich sehr jugendlich und meinem Alter entsprechend sehr aufreizend. Heute ist sie nun mehr als doppelt so alt und hat noch immer nichts von ihrem Liebreiz verloren und das, obwohl sie sicherlich jeden Tag von tausenden Touristen bevölkert wird. Sie schaut dem Treiben mit einer beeindruckenden Gelassenheit zu und schaut auch meistens in eine andere Richtung. Wir verweilen hier eine Zeitlang und auch ich werde nicht müde sie zu fotografieren.

Dann geht es weiter durch das Kastell, das 1667 fertig gestellt wurde und seine strategische Bedeutung durch den Verlust des Landes östlich des Öresunds erhielt. Nach 1945 erfolgten umfangreiche Erneuerungen. Man kann heute hier durchwandeln und es hat noch wenig Militärisches an sich, eigentlich begegnet einem eine gemütliche Parklandschaft.

Zurück geht es nun zum Nyhavn, der zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört. Er ist von bunten Häusern und hübschen Segelschiffen, alles schon älteren Datums gesäumt. Jana will unbedingt noch eine Hafenrundfahrt machen. Ich mache natürlich mit, obwohl ich schon rechtschaffen müde bin. So mache ich während der Bootsfahrt auch gelegentlich die Augen zu und bin auch eingeschlafen. Jana war dagegen ganz begeistert und das erhellt ja auch den Tag.

Leave a Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.