Tagesstrecke: 84,51 Km
Schon heute lag die wahrscheinlich längste Etappe unserer Reise vor uns. Wir standen bereits um 6:30 Uhr auf und da es in unserer Unterkunft kein Frühstück gab, fuhren wir um kurz nach sieben zum nahegelegenen Globus Baumarkt, bei dem wir, wie inzwischen in so vielen Baumärkten auch, ein Bäcker sich eingemietet hatte, bei dem wir gut frühstücken konnten. Das Frühstück war ordentlich, aber wir konnten auch feststellen, dass es sich im Preis nicht sonderlich von einem Hotelfrühstück unterschied.
Nach dem Frühstück ging es zurück und wir packten unsere Sachen und fuhren kurz vor 9:00 Uhr los. Wir hielten noch einmal am Oranienburger Schloss, aber da der Schlosspark noch verschlossen war, fuhren wir dann bald weiter. Neben dem KZ Sachsenhausen in Oranienburg, dass wir heute nicht besuchten, hielten wir dann aber an dem Gebäude der Inspektion der Konzentrationslager. Hierbei handelte es sich um das Gebäude für die zentrale Verwaltung aller Konzentrationslager sowie um den Leitungsstab aller KZ-Wachmannschaften. Das Gebäude wurde Ende der 1930er Jahre von den Häftlingen des Konzentrationslagers errichtet.
Nachdem wir so die Stadt durchfahren hatten, fuhren wir auf dem Radweg entlang des Oder-Havelkanals. Ab hier radelten wir mit wenigen Unterbrechungen nur noch durch zum Teil beeindruckende Landschaften. Dichte Mischwälder und viele Weiden säumten in ihren um diese Jahreszeit grünen Gewand unseren Weg. Gelegentlich weideten auch Kuhherden auf den Weiden
Kurz vor Zehdenick fanden wir dann am Rastplatz und machten erst mal unsere Mittagspause. Von der Bäckerei im Globus hatten wir uns jeweils ein belegtes Brot mitgebracht. Jana klagte etwas über Muskelkater und eine leichte Zerrung bzw. einen Krampf im rechten Oberschenkel. Sie hatte aber eine Creme dabei, mit der sich das linderte. Aber ich fürchte schon, dass ihr die Anstrengung bei über 80 km mit 15 kg Gepäck eventuell doch zu viel wurde. Mein Vorschlag, sie könne auch von Zehdenick aus mit der Bahn nach Fürstenberg fahren, lehnte sie allerdings entschieden ab.
Nach einer halben Stunde ging es weiter. Wir machten dann einen Stopp in Zehdenick bei der Ruine des alten Zisterzienserklosters, in dem vor einigen Jahren mit rekonstruierten Gebäuden aus Teilen der alten Ruine ein evangelisches Damenstift errichtet wurde.
Von Zehdenick ging es dann etwa 10 km entlang der Havel durch eine idyllisch und romantisch anmutende beidseits des Flusses gelegene Teichlandschaft. Das Ganze machte eine romantischen und idyllischen Eindruck, es ist aber durch Menschenhand entstanden Die Teiche entstanden durch Abbau von Ton, der in Rundbogenförmigen Brennöfen zu Ziegeln gebrannt wurde. Diese Ziegel wurden insbesondere für Bauwerke in Berlin genutzt. So hatten diese Ziegelunternehmen über mehrere Jahrhunderte ein recht gutes Auskommen. Inzwischen sind sie stillgelegt und die Landschaft wurde renaturiert. In einem so genannten Ziegelpark Mildenberg kann man sich über die Produktionsweise der Ziegel kundig machen.
Auch hier verweilten wir nicht lange, obwohl es sicher interessant und reizvoll gewesen wäre. Aber das ist ein Problem bei Radreisen, dass ich auch öfters mit Jana diskutieren muss, weil man sich eigentlich vor einer Reise klar werden muss, was man sich anschauen will und was dabei von der Fahrzeit des radeln abgeht.
Die letzten 30 km wurden für Jana wohl recht anstrengend. Dennoch hat sie tapfer durchgehalten, wozu sicher ein Hofladen in Dannenwalde beigetragen hat. Hier ließen wir uns nieder und verspeisten eine köstliche Wildbratwurst mit hausgemachtem Kartoffelsalat. Es war ein Genuss und nach einem Kaffee und einem Stück Mohnkuchen mit Streuseln, das wir teilten, hatten wir die notwendige Kraft, um auch noch die letzten 20 km zu bewältigen.
In Fürstenberg hatte ich für heute Abend ein Blockhaus gebucht. Als wir ankamen, bekamen wir doch einen Schock. Es war zwar ein Blockhaus. Darin stand ein Gestell, was als Bett Untergestell angesehen werden konnte. Darauf lag eine Spanplatte und darauf so etwas wie eine dünne ISO-Matte. Das waren die einzigen Einrichtungsgegenstände der Hütte. Es gab kein Waschbecken, es gab keine Dusche, und es gab auch keine Toilette. Kurz entschlossen buchten wir um und haben nun ein schönes Pensionszimmer bezogen, was nach dieser Etappe sicher auch angemessen war. Freundlicherweise hat uns die Besitzerin der Blockhütte inzwischen mitgeteilt, dass sie uns den Preis zurückzahlen werde.
Nachdem wir schon am Nachmittag mit der Bratwurst ein sehr gutes Essen bekommen hatten, gingen wir jetzt noch zu dem Griechen am Marktplatz von Fürstenberg und begnügte uns aber mit einer Vorspeisenplatte und zwei Scampispiessen. Zurückgekehrt lassen wir nun den Abend mit ein oder zwei Gläschen Rotwein ausklingen.
- Die St. Nicolai Kirche in Oranienburg
- Blick in den Schlosspark von Oranienburg
- Das Waisenhaus, das Henriette von Oranien erbauen ließ
- Ehemaliges Gebäude der Inspektionen der Konzentrationslager
- Eingang zur ehemaligen SS-Totenkopf-Kaserne
- Entlang dem Oder- Havelkanal
- Das Rathaus von Liebenwalde
- Blick nach Krewelin
- Rastplatz in Krewelin
- Ruine des Klosters Zehdenickl
- Blick in den Ziegeleipark Mildenberg
- Ringofen im Ziegeleipark. Darin wurden die Ziegel gebrannt
- Solche Schornsteine zeugen von den Ziegelwerken
- Der Hofladen in Dannenwalde
- Wildbratwurst mit Kartoffelsalat
- Die achteckige Kirche von Dannenwalde
- Die Künstlerrin Helen Verhoeven hat das Innere der Dannewalder K Kirche in ein vielschichtiges Gesamtkunstwerk zu Themen des Lebens und der Vergänglichkeit verwandelt
- Das Herren haus in Dannewalde
- Der Marktplatz von Fürstenberg
- Das Herrenhaus in Dannewalde
- Beim Briefkasten für den Weihnachtsmann in Himmelspfortr






































