Nachdem wir nun bereits alle Hauptsehenswürdigkeiten in der näheren und der etwas weiteren Umgebung unserer Ferienwohnung besucht haben, machen wir uns heute nach dem Frühstück zu Fuß auf den Weg, um einmal die kleine Landzunge mit dem Ort Saint-Jacut de la Mer zu erkunden. Das Wetter ist freundlich, bewölkt und im Laufe des Tages werden etwa ein Dutzend kleine Schauer auf uns herabregnen. Was uns in den letzten Tagen schon immer wieder aufgefallen ist: Die Bretagne ist eine ausgesprochen gepflegte Gegend. Wir haben selten so saubere, gepflegte und adrette Dörfer und Städte gesehen wie hier. Das Grau in Grau der überwiegenden Granitsteinhäuser wird sehr liebevoll mit Blumen geschmückt und so auch farblich gestaltet. Es ist durchaus ein Genuss, durch diese Landschaft zu wandern. Nur wenig entfern von der Küste im Landesinneren geht es durch eine hügelige Landschaft mit Wäldern, sehr vielen Eichenwäldern, aber auch Kastanien und Nüssen, aber auch landwirtschaftlich genutzte Wiesen, Felder und Weiden. Kuhherden auf Weiden sind ein charakteristisches Bild für die Bretagne. Viele dichte Hecken säumen Grundstücke und Felder. Sie dienen sicher auch als Windschutz, denn der Wind ist hier in der Bretagne doch ständig präsent.

Es gibt übrigens einen Wanderweg der über 1300 Kilometer (GR 34) direkt entlang der Küste der Bretagne verläuft. Er folgt alten Pfaden, auf denen Zöllner versuchten, durch Kontrollgänge den lebhaften Schmuggel an der Küste einzudämmen. Auch wir nutzen diesen Weg und umwandern auf ihm die Landzunge von Saint-Jacut. Auch hier gibt es Steilküste, aber sie ist nicht so hoch und schroff wie beispielsweise am Cap Frahel. Immer wieder erstrecken sich vor der Steilküste lange zum Teil sehr reine Sandstrände, die aber zu Zeit nur noch wenig frequentiert sind. Der Sommer hat eben die Bretagne verlassen. So können wir auch auf den breiten Sandstränden wandern. Wenn wir derzeit meist ab dem späten Vormittag unterwegs sind, beginnt meist die Ebbe und es ist schon beeindruckend, welchen Rückzug das Wasser hier auch in größeren Buchten vollzieht. So ist das Meer teilweise kilometerweit nicht mehr zu sehen und die vertäuten Boote liegen schräg im Watt. Aber auch die Strände sind hier von Felsen durchzogen und unweit der Küste tauchen auch immer wieder mehr oder weniger große Felsen und Inseln aus dem Wasser auf.

Die Wanderung wird dann doch länger als ursprünglich gedacht. In Saint-Jacut legen wir eine Pause ein und stärken uns mit Kaffee. Wir bringen es dann schließlich auf stattliche 25 Kilometer. Allerdings spürt jeder von uns am Ende dieses Tages doch die inzwischen sensibleren Teile seines jeweiligen Knochengerüsts. Dennoch haben wir den Tag aber auch die Schönheit der Bretagne wieder einmal sehr genossen.

 

Schreibe eine Antwort

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.