10. Tag: Von Rochsburg nach Kloster Nimbschen (42,8 Km)

Heute ein wunderschöner Morgen! Vom Frühstück auf unserer Terrasse schauen wir auf die Rochsburg. Der Himmel ist blau und die Temperaturen sollen über 25° steigen und … mir gelingt es sogar von der Terrasse aus, auch einen Milan zu fotografieren, der über der Mulde seine Runden dreht.

Heute wird unser Tagesablauf etwa anders sein, denn Jana möchte sich gerne das Schoss Rochsburg anschauen. Da es erst um 10 Uhr aufmacht, werden wir also nicht vor Mittag loskommen. Gegen 10 Uhr laufen wir dann den sehr steilen Berg hoch zum Schloss und nachdem wir den Eintritt bezahlt haben, machen wir uns auf den Weg entlang des gut ausgeschilderten Rundgangs.

Besuch auf der Rochsburg – Gang durch die 800 jährige Geschichte der Anlage

In fünf repräsentativen Räumen sind historische Möbel, Einrichtungsgegenstände und Gemälde aus der Zeit des 16. bis 19. Jahrhunderts ausgestellt, darunter die Ahnengalerie der Grafen von Schönburg. Die Rochsburg war von 1548 bis 1945 im Besitz der Grafen von Schönburg. Dennoch hat sie eine sehr wechselvolle Geschichte insbesondere im 20. Jahrhundert.

Zunehmende finanzielle Schwierigkeiten bewogen den damaligen Besitzer Graf von Schönburg-Waldenburg 1911 dazu, der Öffentlichkeit einige Räume im Schloss als kleines Museum zugänglich zu machen. Außerdem wurden ab Mitte der 1920er Jahre einige Zimmer als Herberge an katholische Gäste vermietet. Im März 1932 wurde dann eine anfänglich rein katholische Jugendherberge mit insgesamt 50 Plätzen in der Hauptburg eröffnet. Die Jugendherberge wurde 1934 durch die Hitlerjugend übernommen, die dort schon im folgenden Jahr ein Schulungslager einrichtete, bevor die Herberge von der Hitlerjugend schließlich als Wehrertüchtigungslager genutzt wurde. Im August 1948 wurde die Jugendherberge, ab 1951 unter dem Namen „Heinrich Heine“, wiedereröffnet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss auch als Auslagerungsort für wertvolle Kulturgüter genutzt.

1945 wurde die Adelsfamilie im Rahmen der Bodenreform enteignet, und die Anlage kam an das Land Sachsen. Drei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Museum auf erweiterter Grundfläche wieder eröffnet. Natürlich gäbe es noch viel mehr zu berichten. Was mir besonders an der Ausstellung gefällt, man kann hier durchschlendern und bekommt sofort einen Überblick über die Räumlichkeiten und kann dann entscheiden, was man sich näher anschauen will. Sehr angenehm!

Dauerausstellung „Leute machen Kleider“ und sowie Schlosskapelle und Gruft derer von Schönburg

Eindrucksvoll ist auch die Kleidersammlung, die als Dauerausstellung im Schloss zu besichtigen ist. Sie ordnet die verschiedenen Kleidermoden, den Jahrhunderte zu, in denen sie getragen wurden. Leider kann ich meine Fotos hier auf WordPress immer noch nicht wieder beschriften, so dass ich sie hier nicht näher beschreiben kann. Interessant ist auch noch der Blick in die Jugendherberge, die Schlosskapelle und die Gruft.

Fahrt von Rochsburg nach Kloster Nimbchen

Es ist bereits nach 12 Uhr als wir die Rochsburg verlassen. Da wir Hunger haben kehren wir in einem Biergarten direkt an der Mulde ein und stärken uns erst einmal mit eine Soljanka und einem alkoholfreien Biere. Dann gehen wir hoch zu unserem Muldenschlösschen, packen unsere Sachen auf die Räder und fahren kurz nach 13 Uhr los. Inzwischen ist doch sehr warm geworden, deshalb ist es umso „erfreulicher“, dass wir unsere Räder mit Gepäck erst einmal rund 700 Meter einen steilen Berg hinaufschieben müssen, um dann auf den Höhen die Hügeln auf und ab zu fahren.

Wir fahren wieder an die Mulde hinunter und durch Lunzenau bei Prinz Lieschen vorbei, machen eine Fotostopp an dem Göhrener Viadukt, einer der großen Eisenbahntalbrücken Sachsens aus dem 19. Jahrhundert, und kommen dann nach Wechselburg, wo wir wieder bergauf fahren müssen und eine der heftigsten Steigungen des heutigen Tages meistern mussten. Das besonders Erfreuliche ist, wenn man gerade die erste Steigung geschafft hat und dann nach ein zwei Kilometern die nächste kommt und man wirklich nicht mehr kann und schieben muss. Dann kommen auch noch die E-biker und überholen uns. Jana sieht inzwischen etwas gestresst aus, was sie natürlich nur ungerne zugibt. So versuche ich etwas moderater zu fahren, was Jana dann dazu bringt, mich zu überholen und vornweg zu fahren.

Schließlich kommen wir an Rochlitz vorbei mit dem wunderschönen Blick auf das dortige Schloss. In Colditz machen wir dann eine halbe Stunde Rast in der uns schon bekannten Eisdiele. Dann geht es weiter bis zur Vereinigung von Zwickauer und Freiberger Mulde, wo wir natürlich auch noch einen Halt einlegen, um zu dokumentieren, dass wir jetzt auch den zweiten Abschnitt unserer Reise erfolgreich beendet haben. Weiter geht es aber noch etwa neun Kilometer zu unserem heutigen Ziel, dem Hotel Kloster Nimbschen, das wir schon seit unserem Aufenthalt zu Ostern sehr zu schätzen gelernt haben. Nachdem wir eingecheckt haben, gönnen wir uns erst mal unser Bier nach getaner Strecke, müssen uns aber dann doch etwas sputen, um pünktlich um 19 Uhr in der Klosterschänke zu sein. Jana gönnt sich Spargel mit Schinken und ich habe mich für ein Zanderfilet entschieden. Damit endet dieser für uns doch ereignisreiche Tag.

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