Heute geht es erstmal mit dem Zug nach Moldava im tschechischen Teil des Erzgebirges. Zunächst geht es über Chemnitz, wo wir das erste Mal umsteigen müssen, nach Freiberg. Hier mussten wir das zweite Mal umsteigen und mit der Regionalbahn noch bis Holzhau direkt an der tschechischen Grenze fahren. Ab Holzau geht es dann mit dem Fahrrad knapp neun Kilometer und mit immerhin fast 200 Höhenmetern entlang der Grenze zu unserer Penzion Florian in Moldava, Die Pension liegt lediglich etwa 50 – 100 Meter von der Grenze entfernt auf tschechischem Gebiet. Nur etwa einen Kilometer von der Pension entfernt befindet sich die Quelle der Freiberger Mulde. Von hier aus wollen wir dann ab morgen in den nächsten Tagen entlang des Flusses fahren.
Natürlich bleibt es erst einmal nicht aus, dass auch wir mal wieder Pech mit der deutschen Bahn haben. Unser Zug in Chemnitz fährt mit 15 Minuten Verspätung ab mit der für mich doch recht kuriosen Begründung „wegen verspäteter Reisender“. Offensichtlich ist das inzwischen eine neue Varianter zur Begründung der Bahn für verspätete Züge. Man kann sich das eigentlich nur so erklären, dass man auf verspätete Anschlusszüge warten musste. Denn es ist doch wohl nur schwer vorstellbar, dass Züge auf einzelne Reisende warten. Dies führt allerdings nicht dazu, dass unser Anschlusszug in Freiberg auf uns wartet. Obwohl er nur 5 Minuten hätte warten müssen und ein Zug ist, der keine Anschlusszüge mehr erreichen muss, sondern von hier aus nur noch Reisende ins Erzgebirge bringt. Wir müssen also nun 1 Stunde zusätzlich warten. Das wird verhindern, dass wir in unserer Pension noch ein Abendessen bekommen, denn vor 19:30 Uhr werden wir das sicher nicht schaffen.
Nachdem wir nun erst 1 Stunde später weiterfahren konnten, erreichen wir gegen 18:20 Uhr und Zielbahnhof in Holzhau. Von hier aus müssen wir noch rund 9 km bis zu unserer Penzion Florian fahren. Sie liegt auch an einem Bahnhof, dem Bahnhof von Moldava, und da wir die ganze Zeit an der ehemaligen Bahntrasse entlang fahren, ist auch klar, dass hier früher eine Verbindung bestand, die sicher während des Kalten Krieges eingestellt wurde.
Der Weg nach Moldava ist, auch wenn es weitgehend bergauf geht, überwiegend angenehm zu fahren. Er führt entlang der oberen Freiberger Mulde, die hier allerdings einfach Moldava heißt. Sie ist hier eigentlich nur ein breiteres Bächlein, nicht mehr als ein bis anderthalb Meter breit. Über einige Kilometer bildet sie auch die deutsche tschechische Grenze. Dichte Nadelwälder säumen unseren Weg und links und rechts der Moldava erstrecken sich grüne Wiesenauen.
Die letzten zwei Kilometer werden dann etwas beschwerlich, weil der angebliche, feste Kiesweg doch durch den Regen der letzten Tage sehr aufgeweicht ist. Auch hat Komoot hier eine Route ausgewählt, die man sicher auch hätte etwas besser legen köönnen. Dennoch kommen wir bereits gegen 19:30 Uhr in der Penzion Florian an und werden sehr freundlich aufgenommen. So bekommen wir noch ein gutes Pilsener Urquell vom Fass und Gulasch mit böhmischen Knödeln. Zusammen mit einer Flasche Rotwein, die wir mit aufs Zimmer nehmen wollen, zahlen wir gerade mal etwas über 30 €.
Morgen starten wir dann den Mulde-Radweg und beginnen dann an der Muldequelle, die nur wenige Hindert Meter von unserer Pension entfernt zu gelegen ist.
- Warten am Freiberger Bahnhof
- Im Muldetal
- Der Hochzeitsweg
- Der frühere sächsische Grenzbahnhof Hermsdorf-Rehefeld
- Jeder Baum steht für eine Eheschließung
- Einfahrt nach Moldava
- Unser Abendessen
- Stilleben vor der Penzion









