6. Tag: Von Leipzig über Schöneck nach Eibenstock (36,9 Km)

Heute geht es weiter auf unserer Tour entlang der Mulde. Das Wetter verspricht für die acht Tage vielversprechend zu werden. Heute Morgen scheint in Leipzig die Sonne und es ist strahlend blauer Himmel. Ab Donnerstag sollen die Temperaturen über 20 Grad steigen.

Zunächst geht es heute mit dem Zug über Zwickau nach Schöneck. Ausnahmsweise lief es mal mit der Bahn ohne Probleme ab. Wir erreichten pünktlich um 12:22 Uhr unser Ziel.  Vom Bahnhof in Schöneck sind es nur wenige Meter bis zur Quelle der Zwickauer Mulde. Diese Quelle ist aber nicht besonders ausgewiesen. Es ist eher ein Quellgebiet, was aus mehreren Teichen besteht, die allerdings sehr idyllisch anzuschauen sind. Hier an der Quelle, gibt es ein kleines provisorisches Gasthaus, wo man Suppen, Bratwurst und Currywurst und noch einiges andere wie Bier, Saft usw. bekommt. Da es Mittagszeit ist, kehren wir hier kurz ein. Ich bestelle eine Meiler Suppe mit weißen Bohnen und Hackfleisch und Jana eine Kartoffelsuppe. Ich war mit meiner Meiler Suppe zufrieden, Jana dagegen machte beim Verzehr ihrer Kartoffelsuppe ein eher trauriges Gesicht, denn die Suppe schmeckte wirklich sehr fad. Offensichtlich hatte man die Gewürze vergessen.

Nach diesem Mittagsimbiss machten wir uns dann auf den Weg. Unser Ziel ist heute das Hotel Bühlhaus in Eibenstock. vor uns lagen etwa 35 Kilometer und einige doch nennenswerte Anstiege. Die Quelle liegt in einer Höhe von etwa 780 Metern. Wie in Mittelgebirgen üblich, geht es aber nicht nur bergab, sondern immer wieder auch bergauf. So fahren wir heute auf den 35 Kilometern bis zu unserem Ziel Eibenstock zwar 600 Meter abwärts aber auch 490 Meter bergauf mit zum Teil heftigen Steigungen an denen wir schieben mussten.

Bevor die aber kamen, ging es zunächst durch eine wunderschöne Waldlandschaft mit kleinen Seen aber auch der Talsperre Muldenberg, an der sich Jana an einen früheren Urlaub hier erinnerte. Schließlich kamen wir nach Morgenröte-Rautenkranz. Mit dem Ort verbindet eigentlich fast jeder ehemalige DDR-Bürger einen Namen, nämlich den des 1. deutschen Astronauten Sigmund Jähn, der hier geboren wurde und wer das tatsächlich nicht weiß, der wurde auf einem auf der anderen Seite der Straße auf gleicher Höhe mit dem Ortseingangsschild gleich entsprechend belehrt. Jana wusste es natürlich schon vorher und hatte mir klargemacht, dass sie auf jeden Fall in das dortige Museum gehen wolle. Also fuhren wir zum Gebäude der Deutschen Raumfahrtausstellung und Jana besuchte die Ausstellung während ich auf die Fahrräder aufpasste und in einem Buch von Robert Merle über die französischen Religionskriege weiterlas.

Als wir weiterfuhren, ging es erst einmal ziemlich bergauf. Das erste Stück mussten wir schieben. Dann fand Jana eine Alternative zu weiteren Anstiegen. Sie hatte eine Strecke entdeckt, wo es runter zur Mulde ging, auf deren Höhe die Bundestraße 283 entlang führte. Diese war Gottseidank nicht sehr befahren und so kamen wir sehr zügig gut voran.

Auf der Zufahrt zu der Bundesstraße fielen mir zum ersten Mal Floßgräben neben der Straße und den Wegen auf. Die Zwickauer Mulde war wie ich später nachgelesen habe wohl ein sehr bedeutendes Flößergebiet von dem aus Holz zum brennen, bauen und tischlern über zahlreiche Floßgräben und dann die Mulde in die größeren Städte Sachsens transportiert wurden.

Die letzten drei Kilometer ging es dann noch einmal moderat bergauf und auf dem letzten Kilometer gab es noch einmal eine Schiebestrecke. Als wir die geschafft hatten standen wir dann vor unserem Hotel Bühlhaus. Es ist ein gediegenes Haus. Obwohl es keinen Aufzug gibt, wird es wohl eher von älteren Leuten besucht. Also passten wir hier vorzüglich hin.

Auch zu Abend haben wir hier sehr gut gespeist. Jana hatte einen Rehbraten mit Rosenkohl und Wickelklößen bestellt und war vollauf begeistert. Sie konnte sich kaum darüber beruhigen, dass sie das letzte Mal vor 50 Jahren Wickelklöße gegessen hatte. Ihre Begeisterung musste sie natürlich auch der Wirtin mit Grüßen und Komplimenten an den Koch weitergeben. Ich musste natürlich auch Wickelklöße probieren, konnte ihnen aber nicht ganz so viel abgewinnen. Ich hatte dagegen wohlgeratenes Lammfilet, mit zwar nur drei Stangen aber sehr gutem al denten  Spargel und Kartoffelkroketten gefüllt mit Schafskäse. Ich genoss mein Essen wie immer mit Genuss, aber mit weniger zur Schau getragenen Begeisterung.

 

 

 

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