Radtour Berlin-Kopenhagen – 7. Tag: Neustrelitz nach Waren an der Müritz 14. Juni 2025

By 16. Juni 2026Aktuelles

Tagesstrecke: 51,5 Km

Der heutige Tag ist recht schnell erzählt. Wir fuhren bei ordentlichem Wetter aus unserer Luisenstube los, aber es war klar, dass es ab Mittag wieder heftigere Schauer geben wird. Von Neustrelitz aus fuhren wir zunächst etwa acht Kilometer auf einem straßenbegleitenden Radweg entlang der Bundesstraße 193. Sowohl die Bundesstraße als auch unser Radweg waren eigentlich gesperrt. Das schien aber zum Glück zumindest die Radfahrer nicht weiter zu stören und die Sperren waren auch schon überwiegend zur Seite geräumt und der Asphalt war gut befahrbar und da uns öfters Radfahrer entgegenkamen, brauchten wir nun wirklich nicht zu befürchten, dass wir hier nicht unser Zwischenziel erreichen würden. Nach den besagten 8 Kilometern ging es dann noch etwa 6,5 Kilometer nach Westen bis nach Kratzeburg.

Von hier aus ging es dann über bucklige Nebenstraßen vorbei an der Havelquelle, die wir allerdings links liegen ließen, bis nach Ankershagen, die sich seit 2021 auf ihrem Ortsschild Schliemanngemeinde nennen darf. Wir machten hier, am ehemaligen Pfarrhaus und heutigem Heinrich-Schliemann-Museum einen nur kurzen Halt, weil die Regengebiete immer näher rückten. Schliemann verbrachte hier seine Kindheit, weil sein Vater der örtlich Pastor war. Jana schaute sich ein wenig auf dem Gelände um und ich warf einen Blick in das gegenüberliegende Kirchengebäude, was bei meinen letzten Besuchen immer verschlossen war. Nach 10 Minuten fuhren wir aber bereits weiter.

Als wir in Bocksee waren begann dann der Regen und wir recherchierten kurz, ob wir irgendwo einen gescheiten Rastplatz finden könnten. Wir fanden dann bei Komoot den Hinweis auf die Alte Scheune 1860. Jana rief dort an und man teilte uns mit, dass man zwar heute öffne, aber erst um 13 Uhr. Nun war es aber gerade erst 12 Uhr. Jana hat es dann mit ihrem Charme und ihrer Überzeugungskraft geschafft, der Wirtin das Zugeständnis abzugewinnen, dass wir, auch wenn wir früher kämen, nicht draußen vor der Tür stehen bleiben müssten. Es waren aber auch noch etwa 5 Kilometer bis zur Alten Scheune in Groß Dratow und so legten wir uns ins Zeug, allerdings der Regen und dann vor allem der Wind, der uns natürlich entgegen bließ, auch. So kamen wir gegen 12:30 Uhr ziemlich nass, wir hatten aber natürlich unsere Regensachen angezogen, an der Alten Scheune 1860 an und wurden auch sofort eingelassen. Wir wurden freundlich begrüßt und schon vor der offiziellen Öffnungszeit bekamen Jana einen heißen Tee und ich eine Apfelschorle.

Nach einem Blick auf die Speisekarte entschieden wir den Regen und die nächsten beiden Schauer hier abzuwarten und uns an den selbstgemachten Biospeisen  zu erfreuen. So bekam Jana einen Rinderspieß und ich eine Bratwurst mit selbstgemachtem Kartoffelsalat. Das Ganze schmeckte wirklich köstlich und wir bereuten es keinen Moment hier eingekehrt zu sein, um den Regen über uns hinwegziehen zu lassen. Den Abschluss bildeten dann noch Kaffee und Streuselkuchen, der hier vornehmer Weise crumble cake hieß. Die Gaststätte ist sehr urig eingerichtet und es ist sehr angenehm hier zu verweilen.

Wir warteten noch den zweiten Regenschauer ab und fuhren dann gegen 14:30 Uhr weiter und hatten die Schauer für heute damit auch hinter uns. So ging es dann unkompliziert über Kargow und Fernow nach Waren an der Müritz. Hier hatten wir ein Zimmer im Hotel zwischen den Seen, gemeint sind die Müritz und der Tiefwarensee, gebucht. Das Hotel macht einen sachlichen aber freundlichen Eindruck, die Zimmer sind mit 20 qm recht groß, sachlich und ohne viel Schnickschnack, aber praktisch eingerichtet. Es gibt ein Doppelbett, einen Tisch mit zwei Stühlen einen geräumigen Schrank, ein Couch, und eine kleinen Schreibtisch. Was will man mehr.

Den Abend verbrachten wir in unserem Zimmer. Das Abendessen bestand dann aus den Brötchen, die wir uns vom Frühstückstisch in der Luisenstube gegen eine entsprechende Gebühr mitnehmen durften. Das obligatorische Bier konnten wir heute, obwohl Sonntag, noch in einem nahegelegenen Netto erwerben und einen Wein hatten wir noch aus Neustrelitz mitgenommen.

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