Radtour Berlin-Kopenhagen – 14. Tag: Von Stubbeköbing nach Elmelunde (21. Juni 2026)

By 23. Juni 2026Aktuelles

Tagesstrecke: 43,7 Km

Heute geht es zur Insel Mön. Angesichts der Hitze in Deutschland sind wir natürlich zusätzlich froh, dass wir uns hier in Dänemark bei sonnigem Wetter und Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad aufhalten können. Von Stubbeköbing müssen wir zunächst mit einer Fähre zur Insel Bogö. Diese kleine Insel hat eine Fläche von lediglich 13 Km² und es leben nur 1182 Bewohner dort, 927 davon allein in dem Dorf Bogö By. Von der Insel gelangt man dann über einen etwa 2,5 Kilometer langen Damm auf die Insel Mön.

Unsere Fähre um 10 Uhr von Stubbeköbing transportiert mit uns lediglich drei weitere Radfahrer. Für die 10 minütige Überfahrt müssen wir 170 DKK zahlen, also etwa 23 €. Die Fähre soll wohl eine der letzten Holzfähren in Dänemark sein. Als wir in Bogö ankommen, entschließen wir uns spontan nicht gleich nach Mön zu fahren, sondern einen Abstecher über die Insel Bogö zur Insel Farö zu machen. Ich weiß nicht, ob Farö die kleinste Insel Dänemarks ist, mit 93 ha und gerade mal 5 Einwohnern gehört sie aber sicher zu den allerkleinsten. Farö ist eigentlich nur deshalb sehenswert, weil hier eine der sogenannten Faröbrücken mit den beiden Europastraßen E 47 Und E 55 die Meerenge zwischen Falster und Seeland überwindet. Hier auf Farö gibt es dann eine Ab- und Zufahrt zur den Europastraßen und eine Raststätte. Bei der Fahrt über die Insel merken wir auch, dass sich die Landschaft gegenüber Falster insofern verändert und es wieder erheblich hügeliger wird.

Von der Raststätte aus schauen wir uns die beeindruckende Brückenkonstruktion an. Fahrradfahren über die Brücke ist nicht erlaubt. Dazu muss man über die weiter westlich gelegene Droning Alexandrine Bro fahren. 2015, auf meiner Fahrt von Helsinki nach Berlin bin ich dort mal bei ziemlichem Wind auf dem recht engen Radweg über die Brücke gefahren und war froh heil drüber gekommen zu sein. Unser Abstecher nach Faro hat unsere heutige Strecke um etwa 14. Kilometer verlängert.

Zurück am Hafen von Bogö stärken wir uns erst einmal mit belegten Broten, die man dort in einem inzwischen stark frequentierten Laden erwerben kann. Dann geht es über den Damm auf die Insel Mön. Die Insel hat ein Fläche von 217,75 km² und 8925 Einwohner. Damit ist die Einwohnerzahl seit 1965 um etwa ein Viertel gesunken. Wir fahren etwa 18 Kilometer über Land nach Stege, die Hauptstadt der Insel. Unser Ziel ist aber noch nicht erreicht, sondern liegt in dem 8 Kilometer von Stege entfernten Flecke Elmelunde. Da wir dort wohl eher eine Art Jugendherberge gebucht haben, decken wir uns hier in Stege erst mal mit dem Notwendigsten ein. Schön ist in Dänemark auch, dass die meisten Geschäfte und insbesondere die Supermärkte auch Sonntags offen haben und nicht einmal zu eingeschränkten Zeiten sondern wie jeden anderen Tag bis 20 oder 22 Uhr. Nach unserem Einkauf machen wir noch ein Rast in einem Freisitz am Hafen und genehmigen uns ein Bier. Hier sitzen wir dann mit zwei Holländerinnen wahrscheinlich so unseres Alters und Jana kommt mit ihnen eifrig ins Gespräch. Sie haben sich etwas zu Essen bestellt und als die Portionen kommen, fallen allen am Tisch fast die Augen heraus, ob der riesigen Portionen Pommes frites und wir wurden  aufgefordert uns daran zu beteiligen, was wir gerne taten.

Schließlich ging es doch weiter und wir fuhren entlang der Hauptstraße der Insel auf einem Radweg nach Elmelunde. Unsere Unterkunft war wohl mal ein altes Gutshaus, das heute zu einer Pension umgewandelt ist. Das Haus steht neben einer Kirche mit einer weiß verkalkten Fassade, die eine überregionale Bedeutung hat auf die ich sicher noch zu sprechen/schreiben kommen werde. Wir werden freundlich empfangen, obwohl die Chefin gerade mit einer größeren Gruppe ein privates Fest feiert. Die Unterkunft ist einfach wie meist in Dänemark. Wir haben ein kleines Zimmer mit zwei Betten, einem Tisch mit zwei Stühlen, einem Schrank und einem Waschbecken. Dusche, WC und Küche sind wieder Gemeinschaftseinrichtungen. Angesichts der Größe des Hauses sind doch nur wenige nämlich vier Besucher da. Eine Familie mit einem Kleinkind von vielleicht ein bis zwei Jahren, das häufig Schreikrämpfe bekommt und ein niederländischer Motorradtourist, der bis zum Nordkap reisen will. Beim Abendessen in er Gemeinschaftsküche kommen wir mit ihm in ein nettes Gespräch.

Wir haben hier in der Unterkunft für vier Nächte gebucht. Zu unserer Freude gibt es direkt neben unserem Zimmer einen größeren bequemen Gemeinschaftsraum, den wir erst einmal für uns haben. Ich werde schauen, ob ich weiter jeden Tag einen Bericht absetze oder ob ich nicht am Ende unserer Tage auf Mön eine Zusammenfassung gebe.

 

 

 

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