2. Tag (27.09.2026): Auf der Wasserkuppe

By 27. August 2026Aktuelles

Heute also ein Tag auf der Wasserkuppe. Hochgefahren sind wir gestern, weil wir natürlich unsere Reise an der Fuldaquelle beginnen wollten, was gestern schon geschehen ist und weil Jana, als ehemalige ausgebildete und mit Pilotenschein zertifizierte Segelfliegerin, das große und verständliche Bedürfnis hatte, hier den ersten deutschen Segelflughafen zu besuchen und möglichst einen Rundflug natürlich mit einem erfahrenen Piloten zu machen, weil ihr Pilotenschein inzwischen nicht mehr gültig ist. Ihren letzten Flug hat sie 1976 absolviert. Leider hat es mit dem Segelflug dann doch nicht geklappt, weil hier zur Zeit Segelflugschulungen stattfinden, die eine Lücke für einen Gästeflug nicht zuließen. So mussten wir anders beschäftigen.

Nach dem sehr guten Frühstück im Hotel „Peterchens Mondfahrt“, machten wir uns auf den Weg die Wasserkuppe zu erkunden. Das Wetter ist sehr schön, es bläst aber den ganzen Tag ein zumindest für meine Ohren heftiger Wind. Ich war sehr überrascht, was hier auf der Wasserkuppe dann tatsächlich los ist. Neben dem Flugplatz gibt es hier auch noch die Segelflugschule, die dann in der Nazizeit insbesondere auf Betreiben des damaligen Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Hermann Göring, eine militärische Flugschule errichtet, die insbesondere jungen Männern das Fliegen nahebringen sollte. Für welchen Zweck, versteht sich aus heutiger Sicht von selbst. Hierüber kann man sich auch in dem Deutschen Segelflugmuseum direkt neben unserem Hotel informieren, was dann auch die erste Station unseres Rundgangs war. Unweit des Museums entstanden auch die weiteren umfassenden Bauten der NS-Zeit, die heute allerdings fast leer stehen und leider nicht mehr zugänglich sind und zum Teil einen Lost Places Eindruck machen.  Jana war dann ganz begeistert, dass sie in dem Museum auch drei Segelflugzeuge wieder traf, mit denen sie seinerzeit geflogen ist.

Neben dem Segelflugplatz und der Segelflugschule, die inzwischen eine über 100-jährige Geschichte haben, gibt es hier nun auch eine inzwischen aufgegebene Radomanlage, auf deutsch Radarkuppel, die hier in der Nähe der früheren deutsch-deutschen Grenze 1960 von den Amerikanern eingerichtet wurde und ursprünglich vier Radarkuppeln umfasste. Aber schon während der Berlin-Blockade wurden die sogenannten „Rosinenbomber“ von der Wasserkuppe aus geleitet. 1978 löste dann die Bundeswehr die Amerikaner hier ab und betrieb nun selbständig von hier aus den Schutz der innerdeutschen Grenze und die Beobachtung und Überwachung des Luftraums der Staaten des Warschauer Pakts. Den Amerikanern wird mit einem kleinen Denkmal aus drei Granitstelen für ihr Engagement gedankt. 1998 wurde dann der Betrieb der Radome eingestellt. Heute gibt es noch einen dieser Radome, der allerdings nicht mehr mit Technik ausgestattet ist, sondern im unteren Teil wurde ein kleines Museum für Paragliding eingerichtet, was hier von der Wasserkuppe aus natürlich auch betrieben wird. Ansonsten wird das Radom vorwiegend als Aussichtsplattform genutzt, von wo aus man wirklich beeindruckende Blicke über die Rhön und auf die umgebenden Mittelgebirge haben kann.

Etwas weiter abseits und unterhalb des Gipfels der Wasserkuppe gibt es noch das sogenannte Fliegerdenkmal. Es wurde auf einem erodierten Vulkanschlot errichtet und zeigt einen bronzenen Adler, der ins Land hinausblickt. Auf unserem Spaziergang fiel uns dann auf, wie schnell sich die Wasserkuppe mit Touristen füllte. Es gibt nur wenige Hotels hier oben und ein Feriendorf, aber viele, die hier nach oben kommen, müssen Tagestouristen sein. daher gibt es zwar wenige Gaststätten und Restaurants, dafür aber eine Fülle von Imbissständen, wo es von Eis, Waffeln und Kuchen über Bratwürste und Suppen, Souvenirläden usw. vielfache Angebote gibt, mit denen die Tagestouristen verwöhnt werden können und die lokale Infrastruktur unterstützt werden kann. Auch für Kinder gibt es genügend Angebote,  eine Sommerrodelbahn aber auch für den Winter mehrere Skilifte.

Am Nachmittag so gegen 17 Uhr, als Jana und ich auf einem Podest der Segeflugschule am Flugplatz saßen und die Segelflieger beobachteten, wurde es dann deutlich leerer und die Tagesgäste verließen wieder die Wasserkuppe. Wir beendeten unsere Erkundungstour mit einem Abendessen im Hotel. Es gab Rösti mit Pfifferlingen, was uns beiden sehr gut geschmeckt hat.

 

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