Tagesstrecke: 71,9 Km
Der heutige Tag ist schnell erzählt, obwohl er sich in die Länge zog. Wir fuhren gegen 10 Uhr los und kauften noch bei Aldi und in einer Bäckerei bei Rewe den nötigen Tagesproviant. Dann ging es entlang der Weser. Schon nach etwa drei bis vier Kilometern kam ein erster steiler Anstieg, den wir geschoben haben. Nach etwa 16 Km kam dann eine Steigung von um die 15 Prozent, die wir schieben mussten und dies schon bei Regen. Der Regen hörte zwar noch einmal auf, aber ab Mittag gab es Dauerregen wie die Vorhersage vorausgesagt hatte. Bei diesem Wetter schaut man sich nicht mehr viel an, man radelt eigentlich nur noch stumpf vor sich hin und ist nur daran interessiert möglichst bald das Ziel zu erreichen. Das lag aber noch 45 Kilometer weit entfernt. Vor Bad Karlshafen gab es noch einmal drei Steigungen, an denen geschoben werden musste.
An diesen Schiebestellen lernt man übrigens oft Menschen kennen, meist in unserem Alter, denen es ähnlich geht. Es entwickeln sich dann kurze Gespräche, wo man herkommt und wo man hin will. Nicht alle, aber die meisten sind freilich mit E-Bikes unterwegs. Auch die scheitern aber manchmal an den Steigungen. Man ist dann aber doch stolz, wenn man es geschafft hat und tut das auch kund. Es ist schon interessant wie viele Menschen unserer Generation gerade jetzt, nach dem Ende der Hauptsaison, noch mit dem Fahrrad unterwegs sind. Junge Fahrradfahrer waren kaum unterwegs. Wenn waren sie aber auch so schnell, dass man gar nicht erkennen konnte, ob sie jung oder schon älter waren.
In Bad Karlshafen hatten wir dann nur noch einen Wunsch: Pause sowie Kaffee und Kuchen. Da Bad Karlshafen ein Bäder- und Kurort ist, sind Cafés natürlich leicht zu finden. So fanden wir direkt am Hafen ein nettes Café, bei dem der meiste Kuchen allerdings schon verzehrt war aber es reichte gerade noch für uns. Bad Karlshafen hätte sich schon gelohnt, etwas näher anzusehen und ich ärgere mich, dass ich es dann versäumt habe, überhaupt ein Foto zu machen. Der Ort wurde 1699 von Landgraf Carl zu Hessen als nördlichste Stadt Hessens gegründet. Die Stadt liegt an der Mündung der Diemel in die Weser. Auffallend sind die weißen Häuser-Carrés, die die Stadt prägen. Die Stadt mit dem Hafen sollte sich zu einem Handelszentrum entwickelten. Die Ansiedlung von Hugenotten, die wegen ihres protestantischen Glaubens verfolgt wurden, brachte nicht nur wirtschaftlichen Aufschwung, sondern auch neue Handwerksberufe wie Strumpfwirker oder Hutmacher in die Stadt. Mit der Entdeckung der Sole durch einen Apotheker der Stadt entstand dann auch gegen 1730 das Kur-. und Bäderwesen.
Nachdem wir uns etwas erholt hatten, zogen wir weiter, aber es lagen noch immer etwa 25 Kilometer vor uns. Nach etwa drei Kilometern wechselten wir mit einer kleinen Fähre, auf die etwa acht Fahrräder passten die Seite und fuhren nun auf ebener Strecke nach Höxter. Der Regen hörte zwar erst kurz vor Höxter auf, aber wir wurden doch etwas entschädigt, da die Strecke auf einem ausgezeichneten neuen Radweg angenehm zu fahren war und keine nennenswerten Steigungen mehr zu bewältigen waren. Mein Kompliment geht an Jana, es war eine weitere Taufe für sie auf unseren Touren. Diesmal keine Feuertaufe, sondern wohl eher ein Wassertaufe.
Hier in Höxter haben wir ein kleines Einzimmerapartment für zwei Nächte gemietet, so dass morgen keine längere Tour vor uns liegt. Das ist auch ganz gut so. Den Abend verbringen wir in einem spanischen Restaurant im Kellergewölbe des alten Rathauses und genießen ein Paella, die uns sehr gut getan hat.
- Begegnungen
- Ehemaliges Benediktinerkloster Bursfeld. Heute wird die Anlage als Geistliches Zentrum und Tagungshaus mit Pilgerherberge betrieben
- Skulpturenpark bei Oedelsheim
- So sieht man als Radfahrer im Regen aus
- Blick auf die Burg (rechts) und die Benediktinerinnen-Abtei (links) in Herstelle
- Fährfahrt über die Weser
- Es gibt auch Schiffe auf der Weser. Mehr haben wir bisher aber nicht gesehen
- Erste Impressionen aus Höxter
- Das Alte Rathaus von Höxter,wo es das gute spanische Restaurant gibt



















