6. Tag (31.09.2026) – Von Bad Hersfeld nach Melsungen

By 1. September 2026Aktuelles

Tagesstrecke: 56,86 Km

Der Tag beginnt mit einem sehr guten Frühstück in unserem Hotel Haus am Park. Wieder hat es heute Nacht geregnet – gut so! – aber auch tagsüber ziehen manchmal dunkle Wolken auf und es beginnt zu tröpfeln, nur gerade wenn wir unsere Regenjacken anhaben, hört es wieder auf. Gegen 10 Uhr kommen wir los. Die Ausfahrt aus Bad Hersfeld ist für Radfahrer nicht gerade angenehm. Eine riesige Baustelle ohne Umleitung für Radfahrer, verzögert die Weiterfahrt doch erheblich und einige andere Kreuzungen mit viel Verkehr sind weder für Fußgänger noch für Radfahrer ausreichend gesichert. Wir waren schließlich glücklich, dass wir das überlebt haben. Landschaftlich ändert sich wenig. Das Fuldatal ist relativ breit und so fahren wir meist auf ebener Strecke unweit des Flusses entlang. Es geht vorbei an dem früheren Grenzort Bebra und nach etwa 25 Kilometern machen wir eine längere Pause in Rotenburg an der Fulda. Es ist ein hübsches und fast ausschließlich mit Fachwerk erhaltenes Städtchen und wir bewundern die zum Teil künstlerisch verzierten Häuser. Die Häuser stammen fast alle aus dem 17. und 18. Jhdt. Vor dem Rathaus auf einer Bank neben einem Café machen wir unsere Mittagspause und verspeisen unsere mitgebrachten Brötchen aus der Bäckerei Pappert in Bad Hersfeld und bestellen uns dazu einen Cappuccino im Café nebenan. Die Bedienung bringt uns den Kaffee sogar bis zu unserer Bank. Nach etwas als einer Stunde geht es weiter.

Nach weiteren 16 Km machen Sind wir in Morschen am ehemaligen Kloster Haydau eine weitere Rast. Das mittelalterliche Kloster gilt als eines der am besten erhaltenen ehemaligen Klöster in Hessen. Es galt zu seiner Zeit auch als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum in der Region. Im Zuge der Reformation wurde aber der Klosterbetrieb eingestellt und es wurde zunächst als landgräfliches Jagdschloss genutzt. Ab 1830 wurde es als landwirtschaftliche Domäne genutzt. Heute ist in den ehemaligen Gebäude des Klosters ein Zentrum für Kommunikation und Kultur untergebracht. Die ehemalige Stiftskirche ist nun die Dorfkirche von Morschen. Neben den alten Klostergebäuden ist vor einigen Jahren ein riesiges Hotel errichtet worden. Man kann sich sicher darüber streiten, ob das hier in der Landschaft wirklich so gut gelungen ist, aber als wirtschaftlicher Faktor war es sicherlich willkommen. Im Hotelrestaurant machen wir dann Pause und trinken noch einen Cappuccino und teilen uns einen sehr gehaltvolles Stück Schokoladenkuchen.

Nun sind es noch 16 Kilometer bis zu unserem heutigen Zielort Melsungen. Die Fahrt wird etwas anstrengender, weil wir nun doch einige Steigungen bewältigen müssen. Eine dieser Höhen zwischen Binsförth und Beiseförth soll nun ein starkes Gefälle und auch stärkeren Verkehr durch einen neuen Weg umfahren. Das Besondere an diesem neuen Weg soll die Überquerung der Fulda mit einer RadlerSeilbahn sein. Hier können die Radler mit Muskelkraft in einer Gondel den Fluss überqueren. Leider ist sie, als wir dort ankommen, außer Betrieb. Also müssen wir die Steigung wieder hoch, zum Teil auch schieben, und bewältigen auch die mit 12% Gefälle wirklich sehr steile Abfahrt nach Beiseförth.

Gegen 16:30 Uhr kommen wir dann in Melsungen im gebuchten Hotel Sonnenhöhe an. Der Name hätte mich skeptisch machen sollen. Auch hier kommen wir zum Teil nur hoch, indem wir die Fahrräder schieben. Jana hat der Tag doch recht geschlaucht und sie legt sich erst ein Mal für eine Weile nieder. Ich gehe noch in den nahegelegenen ALDI und versorge uns mit einigen Litern Wasser, einem Rotwein, und einem Bier. Abends gehen wir dann, zwischen zwei Schauern, in die Altstadt von Melsungen, auch eine Fachwerkstadt, die bis auf das prächtige Rathaus und dem Rathausplatz allerdings nicht mit Rotenburg mithalten kann.

Essen gehen wir bei einem Griechen, Jana bestellt Doradenfilet und ich Zander. Die Essen waren sehr gut zubereitet. Wir kommen ins Gespräch mit einem Paar am Nebentisch die  mit E-Bikes unterwegs sind. Die Unterhaltung verläuft im wesentlichen zwischen Jana und dem Herren. Ich verstehe nicht viel und die Dame beteiligt sich auch kaum an dem Gespräch. Vielleicht ist sie ja auch schwerhörig. Zum Schluss machen Jana und ich noch einen kleinen Stadtbummel, dann geht es zurück ins Hotel.

 

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