9. Tag: (17. März 2024) – Von Rambouillet nach Chartres

Tagesstrecke: 55,36 Km; 14,2 Km/h; 280 Hm

Fahrt von Rambouillet nach Chartres

Das Frühstück in der Villa Rambouillet war sehr ordentlich. Es gab sogar gekochten Schinken als Aufschnitt. Das Wetter versprach bis mittags Regen und so war es den auch. Ich wartete noch die stärkeren Niederschläge ab, aber es hat bis etwa gegen 13 Uhr durchgehend geregnet. Da hatte ich dann auch die Hälfte der Strecke zurückgelegt. Die Strecke ist heute weitgehend flach. Also von daher keine besonderen Herausforderungen. Da ich um 15 Uhr in Chartres sein wollte, weil ich die Kathedrale dort nur zwischen 15 und 16:30 besuchen sollte, musste ich mich etwas beeilen. Ich machte nur einen kurzen Stopp Maintenon, weil ich einen Blick auf das dortige Schloss und auf ein in der Nähe nur als eindrucksvolle Ruine stehendes Viadukt werfen wollte. So schaffte ich es dann um kurz vor 15 Uhr in meinem heutigen Hotel zu sein, checkte dort ein, zog mich etwas um und machte mich auf den Weg zur Kathedrale.

Das Schloss Maintenon (französisch Château de Maintenon) ist ein Landschloss in der französischen Stadt Maintenon. Das Wasserschloss steht in der Region Centre-Val de Loire in der fruchtbaren Landschaft der Beauce und geht auf eine mittelalterliche Burg zurück. Im Tal der Eure gelegen, wurde es im 17. Jahrhundert vor allem durch seine damalige Eigentümerin Madame de Maintenon, die Mätresse und heimliche Ehefrau Ludwigs XIV. bekannt. Eine Besichtigung zumindest auch des Parks hätte sich sicher gelohnt. Die Zeit reichte aber heute nicht.

Das Aquädukt von Maintenon (französisch Aqueduc de Maintenon) ist die Bauruine eines auf Veranlassung von Ludwig XIV. 1686 begonnenen, aber nie vollendeten Aquädukts, das die Eure im Park des Schlosses Maintenon überqueren sollte, um das Wasser des Eure-Kanals zu den rund 50 km entfernten Wasserspielen im Park von Versailles zu leiten. Das ganze Unterfangen wurde zwar begonnen, aber nie zu Ende geführt. Wesentlicher Faktor dafür war wohl, dass Ludwig XIV. als er den pfälzischen Erbfolgekrieg begann, seine zuvor für den Bau eingesetzten Soldaten nun für den Krieg benötigte. Nach dem neunjährigen Krieg wurden die Bauarbeiten nicht wieder aufgenommen. Die Ruine des Aquädukts von Maintenon aber steht seit 1875 bzw. 1934 unter Denkmalschutz.

 

Besuch der Kathedrale von Chartres

Die Stadt ist idyllisch an der Eure gelegen. Der historische Stadtkern ist absolut sehenswert. Vor allem die alles überragende Kathedrale, die Teil des UNESCO-Welterbes ist, lohnt einen Besuch. Die Kathedrale Notre-Dame von Chartres (französisch Cathédrale Notre-Dame de Chartres) soll das „Urbild“ der hochgotischen Kathedrale sein. Im Jahr 876 weihte Karl der Kahle dort eine Kirche und übergab dem Sanktuarium eine heilige Reliquie, die als Sancta Camisia bezeichnete Tunika, die die Jungfrau Maria bei der Verheißung der Geburt Jesu durch den Erzengel Gabriel – (bekannt als Mariä Verkündigung) – getragen haben soll.  Heute ist in der Kathedrale ein ungefähr 30 × 30 cm großes Tuch dieser Tunika zu besichtigen. Der heutige gotische Neubau begann kurz nach 1194 und dauerte bis 1260 (offizielle Weihe am 24. Oktober 1260). Der Bau ist über 130 Meter lang und 64 Meter breit. Im Jahr 1908 wurde die Kirche zur Basilica minor erhoben. Bereits 1979 wurde die Kathedrale in das Register des Kulturerbes der Welt der UNESCO aufgenommen. Auguste Rodin hat sie die Akropolis Frankreichs genannt. Chartres ist in mehrerlei Hinsicht einmalig. Die Kirche wirkt in der immer noch relativ kleinen Stadt absolut dominierend, ist in der flachen Landschaft schon von weitem zu erkennen und vermittelt somit selbst heute noch ungefähr den Eindruck, den sie seit dem 13. Jahrhundert auf die Zeitgenossen ausübte.

Chartres ist nie zerstört worden. Während an vielen Kathedralen die Portalfiguren im Bildersturm der Hugenotten oder der Französischen Revolution untergingen und zahllose Glasmalereien dem Bedürfnis nach mehr Helligkeit zu Opfer fielen, ist in Chartres der hochbedeutende plastische Schmuck der Kathedrale fast unversehrt erhalten, ebenso nahezu sämtliche 176 Fenster. Daher soll keine andere Kathedrale die Atmosphäre der Hochgotik so intensiv und unverfälscht vermitteln können.

In dieser Kathedrale laufen viele entscheidende kunst- und kulturhistorische Strömungen der Zeit des ausgehenden 12. und beginnenden 13. Jahrhunderts zusammen und haben daher schon eine ganze Reihe von Autoren zu ausführlichen Darstellungen und Deutungen veranlasst. Es wird mir nicht gelingen, dieses wirklich eindrucksvolle Bauwerk in allen seinen Facetten darzustellen. Da versuche ich die Fotos sprechen zu lassen. Was ich aber sehr bedauert habe, sind die zahlreichen Bau und Restaurationsarbeiten, die zur Zeit innerhalb und außerhalb der Kathedrale stattfinden. So ist beispielsweise der nördliche Seitenflügel mit Holzbrettern abgesperrt und der Sicht des Besuchers entzogen. Es ist vielleicht übertrieben, wenn ich den Eindruck hat, dass ich vor und auch in einem Torso stehe. Der Gesamteindruck , der sicher imponierend ist, ist im Moment nicht möglich.

Eine Auffälligkeit und eine Besonderheit der Kathedrale will ich hier noch erwähnen. Zunächst fällt auf, das die Kathedrale zwei unterschiedliche Türme hat. Der rechte ist romanisch und der linke gotisch. Das liegt daran, dass die Kathedrale öfter durch Feuer und anderes beschädigt oder fast zerstört wurde Nach einem dieser Feuer wurde auch einer der ursprünglichen Türme zerstört. Bei dem Wiederaufbau entschied man sich dann dafür diesen neuen Turm in zeitgenössisch gotischer Bauweise zu rekonstruieren.

Die Besonderheit ist das Chartres bleu. Für die Kathedrale wurde eine neue Glasfarbe entwickelt, das Chartres-Blau, das für seine Reinheit bekannt ist. Es befindet sich in den Fenstern, das Geheimnis der Herstellung dieser Farbe ist von den Glasmachern mit ins Grab genommen worden. Die Färbung des Glases beruht nach neueren Untersuchungen auf Kobalt, das aus dem sächsischen Erzgebirge stammt. Es gibt zwar auch in zahlreichen anderen Kirchen mit Kobaltblau gefärbte Glasfenster, die Technik an sich war also kein Geheimnis, jedoch bleibt die einzigartige Färbung der Fenster der Kathedrale von Chartres unerreicht. Wenn ich es nicht gelesen hätte, hätte ich es aber auch nicht bemerkt.

Stadtrundgang durch Chartres

Zum Schluss mache ich noch einen Stadtrundgang durch die Altstadt von Chartres, der dann doch etwas länger wird als ich vorhatte. Zu dem Gesehenen kann ich wenig sagen, weil ich mich mit der Stadt ansonsten bisher wenig beschäftigt habe. Das ist ein Fehler. Ich denke für Chartres sollte man ruhig zwei Tage einplanen. Ich hatte leider nur einen Nachmittag. Insofern gebe ich die Impressionen von Chartres hier nun unkommentiert weiter.

 

 

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