Heute also Ruhetag in Bamberg. Ich glaube solche Ruhetage sind auf solchen Touren ganz sinnvoll und auch entspannend. Wie man jede monotone Tätigkeit vermeiden sollte, sollte man auch nicht wochenlang nur auf dem Fahrrad sitzen. Es ist ja letztlich nicht viel anders als ein Maschinenbetrieb, den man als Mensch wieder übernommen hat. Ich habe mir auf jeden Fall jede Woche mindestens einen Ruhetag verordnet und es können auch durchaus mehr werden.

Heute Morgen war erst einmal ausschlafen und Wäschewaschen angesagt. Mit dem Ausschlafen klappte es immerhin bis 7.30 Uhr und das Wäschewaschen erwies sich insofern als ein geringes Problem als der Waschsalon zwei Häuser weiter war. So war ich damit auch bereits um kurz nach 10 Uhr fertig und konnte mich auf einen Spaziergang in die Stadt begeben. Der Tag versprach herrlich zu werden. Wieder blauer Himmel und Sonne und die Temperaturen stiegen von -3 Grad am Morgen recht schnell auf gemütliche 15 Grad. Die Altstadt gilt als der größte unversehrt erhaltene historische Stadtkern in Deutschland und ist seit 1993 Weltkulturerbe. Darüber hinaus kann man Bamberg wohl als Bierhauptstadt Deutschlands bezeichnen, hat es doch eine sehr vielfältige Biertradition und auch heute noch viele Privatbrauereien. In einer bin ich ja passenderweise abgestiegen. Ansonsten zehrt Bamberg vom Ruf der ehemaligen Kaiserresidenz Heinrichs II. und Heinrichs III. und als Bischofssitz. Bamberg ist ähnlich wie Regensburg eine sichtbar katholische Stadt. Überall findet man Heiligen- und Marienstatuen. Aber Bamberg ist auch eine sehenswerte und lebendige Stadt.

Bamberg war schon von 1647 bis 1803 einmal Universitätsstadt und ist es seit 1979 wieder. Als katholische Universität wurde der Lehrbetrieb 1803 eingestellt. Lediglich eine philosophisch-theologische Hochschule bestand in reduzierter Form fort. Der engagierte Versuch, sie nach 1945 zur vierten bayerischen Landesuniversität zu entwickeln, scheiterte, weil Regensburg von der bayerischen Landesregierung den Vorzug erhielt. Erst 1979 erhielt die Hochschule wieder Universitätsstatus. Wie bei vielen kleineren Universitätsstädten prägen damit auch in Bamberg die Studenten das Stadtbild. Deutlich sichtbar wird das an den vielen Jugendlichen die sich auf den Plätzen, Brücken und Straßen tummeln. Angesichts des schönen Wetters, waren heute ohnehin wieder viele Menschen im Freien unterwegs.

Wichtigstes Ziel war für mich der Dom, ein romanischer viertürmiger Kirchenbau, der von dieser Form her etwas an den Naumburger Dom erinnert. Der Dom enthält aber drei wohl besonders hervorhebenswerte Kleinodien, nämlich den Bamberger Reiter, das Grab von Kaiser Heinrich dem II. und seiner Frau Kunigunde und das Grab des deutschen Papstes Clemens II. Letzteres das einzige noch existierende Grab eines Papstes nördlich der Alpen. Clemens II., der vorher Suitger hieß und als solcher 1040 von Heinrich III. als Bischof in Bamberg eingesetzt wurde, hatte allerdings keine lange Papstzeit. So verstarb er bereits 10 Monate nach seiner Wahl zum Papst. Er hatte aber vorgesorgt. So hatte er sein Bistum Bamberg nach seiner Wahl zum Papst nicht aufgegeben, was wohl einmalig in der Kirchengeschichte ist. Er wollte wohl unabhängig von den Finanzmitteln des Vatikans bleiben. Ferner hatte er schon zu Lebzeiten verfügt, nach seinem Tod in Bamberg beigesetzt zu werden. Nun wird seit Jahrhunderten gerätselt, ob er eines natürlichen Todes starb oder vergiftet worden ist. Letzteres war ja in damaliger Zeit bei Päpsten nichts Ungewöhnliches. Letztlich hat man 1942 zum vorläufig letzten Mal seine Gebeine exhumiert und einer toxikologischen Untersuchung unterzogen. Dabei wurde festgestellt, dass Clemens wohl an einer Bleivergiftung gestorben sein musste, was aber auch auf den damals nicht unüblichen Gebrauch von Bleizucker als Süßstoff, also nicht ohne weiteres durch Dritteinwirkung hervorgerufen sein konnte. So ging denn die Untersuchung aus wie das Hornberger Schießen – und ich finde man sollte Clemens nun hinter der Kathedra des Bischofs von Bamberg ruhen lassen.

Soviel zu Bamberg. Mehr erzählen hoffentlich die folgenden Fotos.

 

Tagesdaten: 7 km Fußmarsch und einige Höhenmeter, den Bamberg liegt auf mehreren Hügeln verstreut und führt daher auch den Beinamen fränkisches Rom.

… und nun zum Dom

 

Ein Kommentar

  • Heidrun Röbling-Kohl sagt:

    Ja, Bamberg ist wirklich immer wieder eine Reise wert.

    Beim Recherchieren zur Bierhauptstadt bin ich darauf gestoßen, dass Dortmund die eigentliche Bierhauptstadt ist, Orte wie Bamberg allerdings nachziehen. Zu meiner Überraschung ist das Unternehmen Dr Oetker Deutschlands größter Bierhersteller.

Schreibe eine Antwort

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.